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Ein Händler hat seine Website nicht verschlüsselt – er wurde deshalb abgemahnt und soll jetzt Schmerzensgeld zahlen.

Seit die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) offiziell gilt, ist die Angst vor Abmahnanwälten groß. Und die Angst ist oft begründet – seit dem 25. Mai hört man regelmäßig von Unternehmen, die wegen Verstößen gegen den Datenschutz abgemahnt wurden. Der Händlerbund berichtet jetzt von einem besonders drastischen Fall: Ein Händler soll satte 12.500 Euro zahlen, weil bei einem Kontaktformular auf der Website des Unternehmens das SSL-Zertifikat fehlte.

Händlerbund rät dringend zur SSL-Verschlüsselung

„Händlern, die ihre Webseiten noch nicht verschlüsseln, ist anzuraten, dies dringend nachzuholen“, rät der Jurist Ivan Bremers in dem Bericht. Die SSL-Verschlüsselung sei heute Standard – wenn sie fehle, könne das ein Verstoß gegen die DSGVO sein. Und genau das wurde im aktuellen Fall beanstandet.

Die verlangte Summe von 12.500 Euro ist allerdings ungewöhnlich hoch. Der Abmahner begründet die Höhe mit dem „personal distress“, unter dem er wegen der fehlenden SSL-Verschlüsselung litt. Bei der geforderten Summe handelt es sich deshalb um Schmerzensgeld.

Ein SSL-Zertifikat verschlüsselt Daten, die von einem Computer einem Server übermittelt werden. Im beschriebenen Fall waren also die Daten, die User der Website in das Kontaktformular des Händlers eingetragen haben, nicht verschlüsselt. Ob die Abmahnung, und die geforderte Summe von 12.500 Euro deshalb berechtigt sind, müsse man zwar juristisch prüfen – aber in jedem Fall sollten Händler, die noch kein SSL-Zertifikat nutzen, das nachholen, rät Bremers.